Geschichte - Tambour-Corps 1921 Hürth-Gleuel e.V.

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Geschichte

Das Tambour-Corps 1921 wurde am 12. Juni 1921 als "Freies Tambour-Corps Gleuel" auf Initiative von Johann Klein gegründet.

Dieser hatte bereits vorher Erfahrungen als Tambourführer im ersten Weltkrieg und anschließend beim TC des Turn- und Stemmvereins "Germania" Gleuel sammeln können.Weitere Gründungsmitglieder waren Wilhelm Eid, Stefan Hamacher, Gerhard Görtz, Fritz Klein, Jakob Schlösser und Martin Schumacher.
Schon kurz nach der Gründung traten 22 weitere Gleueler dem jungen Tambour-Corps bei, so daß eine fröhliche und spielstarke Truppe entstand, die bei vielen Festen in der Umgebung immer gern gesehen wurde.
Leider kam aber, wie an vielen anderen Orten auch, in den dreissiger Jahren der Spielbetrieb zum Erliegen, da die Aktivitäten der Spielleute eingeschränkt wurden und viele zum Militär eingezogen wurden.
Nach dem zweiten Weltkrieg kam das Vereinsleben schnell wieder in Schwung. Schon am 1. Mai 1946 spielte das Tambour-Corps beim Maiaufmarsch der Vereinigten Ville. Von diesem Auftritt ist sogar die Gage noch bekannt: 200 Reichsmark, eine Flasche Bergmannsschnaps sowie für jeden ein Bergmannsbutterbrot und ein Teller Erbsensuppe.
Ende März 1947 erfolgte dann auch wieder die offizielle Zulassung als Spielmannszug unter Beachtung der Militärvorschriften.


In den Jahren 1947/48 besann man sich seiner ursprünglichen Herkunft und marschierte an der Spitze des Turn- und Stemmvereins "Germania" bei vielen Turnfesten. Die Anreise zu den auswärtigen Terminen erfolgte entweder zu Fuß (Bachem, Frechen) oder mit dem Fahrrad, wie z.B. nach Balkhausen. Sehr weit entferne Auftritte wie die Turnfeste in Merzenich bei Düren oder in Stommeln wurden mit dem Pferdefuhrwerk absolviert. Die Spielleute knüpften viele neue Bekanntschaften, so wurde in Merzenich jeder Aktive von einem Mitglied des dortigen Turnvereins nach Hause zum Kaffee eingeladen.

Anfang der sechziger Jahre verlor der Verein nach vielen Höhepunkten und Erfolgen viele Mitglieder, doch man ließ sich davon nicht entmutigen. Jakob Plog wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt und führte an den Gleueler Schulen eine erfolgreiche Werbung durch. Rund 20 Jungs zwischen 9 und 12 meldeten sich. Peter Bauer aus Altstädten brachte den trommlern die vilbewunderte dortige Trommeltechnik bei und Alois Klein übernahm die Ausbildung der Flötisten. So hatte man bald 50 Aktive, die zu einem der besten Spielmannszüge in Nordrhein-Westfalen heranreiften.

Neben großen Erfolgen bei Wettspielen hatte das Tambour-Corps einen weiteren Höhepunkt im Müngerdorfer Stadion, als 45000 Zuschauer die Gleueler im Rahmenprogramm des Europapokalspiels 1. FC Köln gegen den FC Barcelona sehen konnten.

1969 erfolgte ein Wechsel an der Vereinsspitze.

Karl Küpper übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden und in den folgenden Jahren feierte man die größten Erfolge der Vereinsgeschichte.
April 1969 - Jugendmeister von NRW inGymnich
Pfingsten 1970 - Deutscher Jugendmeister in Schöningen bei Helmstedt
Herbst 1970 - Europapokalsieger in der Kölner Sporthalle
Ferner wurde der Verein fünfmal Deutscher Vizemeister und errang mehrere zweite und dritte Plätze bei Landesmeisterschaften.
Für seine herausragenden Erfolge wurde das Tambour-Corps mit dem Silberschild der Stadt Hürth ausgezeichnet.


Zum 50jährigen Bestehen feierte man 1971 ein großes Tambourfest, in dessen Rahmen auch die Landesmeisterschaft der Senioren von NRW ausgetragen wurde.

1972 begann man damit, die Musiker nach Noten auszubilden. Beim Tambourfest 1973 in Dansweiler konnten die beiden ersten so erlernten Stücke erstmals aufgeführt werden.
Karl Günter Flohr schied nach dieser Premiere als musikalischer Leiter aus dem Verein aus.
Im Jahr 1973 öffnete sich das Tambour-Corps nach heftigen Diskussionen auch für weibliche Musikanten. Die erste Flötisten war Erika Klein, Tochter des Flötenausbilders.
In den folgenden Jahren geriet der Verein in eine ernste Krise. Die Erfolge blieben aus und viele Spielleute kehrten dem Tambour-Corps den Rücken. Der neue musikalische Leiter Christian Küpper wurde ins kalte Wasser geworfen und mußte manche Auftritte mit nur 14 Spielleuten bestreiten.


Doch schon bald wuchs die Erfahrung des jungen Übungsleiters .Durch gezielte Nachwuchsarbeit und ein Rahmenprogramm für Kinder und Jugendliche hatte man nach kurzer Zeit wieder hoffnungsvollen Nachwuchs.

Auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz. Am 15.März 1981 wurde das neue Vereinsheim eingeweiht. In diesem Jubiläumsjahr zum 60. Bestehen stellte das Tambour-Corps das Gleueler Dreigestirn mit Prinz Peter (Wilden), Jungfrau Hermine (Hermann Kronauer) und Bauer Erich (Bong).
Im Rahmen des Tambourfests wurde im September die 14. Landesjugendeisterschaft von NRW ausgetragen.1982 hatte der Verein wieder mehr als 30 Musiker und auch die Erfolge stellten sich wieder ein. Bei den Bezirksmeisterschaften Rheinland in Oberaußem erreichte man in einem starken Starterfeld den 2. Platz und in Langenberg erspielte man eine Silbermedaille im Wettstreit um den "Großen Preis von Westfalen".


Im Oktober dieses Jahres spielte man mit anderen Hürther Vereinen erstmals eine Schallplatte ein.

1983 übernahm Christian Küpper neben der musikalischen Leitung auch das Amt des Tambour-Führers von Peter Wilden, der dieses Amt 25 Jahre lang seit 1958 inne hatte. In diesem Jahr spielten die Musiker erste vom musikalischen Leiter selbst arrangierte Stücke, die "Löffel-Polka" und den Marsch "Anker gelichtet".

Ab 1984 engagierte sich der Verein stärker im Karneval.Zunächst für ein Jahr mit der Karnevalsgesellschaft "Grün-Gold" Efferen.
Von 1985 bis 1988 begleitete man die Bürgergarde "Blau-Gold" Köln-Ehrenfeld auf den Bühnen des Kölner Karnevals.Auftritte bei Radio- und Fernsehsitzungen von ARD und RTL, Lachende Sporthalle, usw. waren die Höhepunkte.
Ende der achtziger Jahre verließen erneut viele gute Musiker den Verein, da durch die Vielzahl der karnevalistischen Auftritte die Musikalität stark gelitten hatte.

Der Verein hatte zudem beschlossen, ab 1986 nicht mehr an Wettspielen teilzunehmen. Grund war die stark unterschiedliche Bewertung durch einzelne Preisrichter.
1990 stellte der Verein ein Gleueler Dreigestirn, diesmal allerdings weiblich: Prinzessin war Sophie Wilden.
Zum 70 jährigen Jubiläum veranstaltete der Verein 1991 ein großes Sommerfest auf dem Mittelpunktplatz und im folgenden Jahr wurde das schmucke Vereinsheim um einen Küchenanbau erweitert.
Ab Mitte der 90er jahre pendelte sich der Aktivenkreis auf rund 20 Musiker ein.
Beim 75jährigen Jubiläum 1996 wurde neben einem viel beachteten Konzert in der Festhalle erneut zwei Tage lang mit vielen befreundeten Vereinen auf dem Mittelpunktplatz gefeiert.
Außerdem wirkten verschiedene Musiker bei den Erftkreis-Ensembles der Kreisvereinigung mit.
Wie schon vorher angekündigt, legte Karl Küpper 1997 nach 28 Jahren sein Amt als erster Vorsitzender nieder. Seine Nachfolgerin wurde die bisherige zweite Vorsitzende Leonore Küpper.
Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Vorstands war die Ernennung von Karl Küpper zum Ehrenvorsitzenden.
Ende der neunziger Jahre wagten sich einzelne Flötisten auch wieder zu größeren Wettspielen. So errang Sabine Küpper bei mehreren Soloauftritten auf Kreis- und Landesebene zwischen 1997 und 2000 erste und zweite Ränge.
Größter Erfolg war aber der erste Rang für Monika Gondro und Sabine Küpper beim Spiel in kleinen Gruppen auf dem Landesmusiktreffen 1998 in Rhede/Westfalen.


 
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